Volatile Kraftstoffpreise: Warum Daten über Resilienz im Flottenbetrieb entscheiden
Kommentar von Fabian Seithel, AVP Sales EMEA bei Geotab
29. April 2026
•Lesedauer: 2 Minuten

Geopolitische Spannungen und volatile Kraftstoffpreise machen die Kostenplanung in europäischen Flotten immer schwieriger. Und operative Ineffizienzen wie Leerlaufzeiten erhöhen die Kosten zusätzlich. Fabian Seithel von Geotab erklärt, warum Telematik gerade jetzt zum entscheidenden Faktor für Resilienz wird.
Geopolitische Spannungen setzen Flottenbetriebe immer wieder unter Kostendruck. Zu Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 führten die stark steigenden Strompreise in Europa dazu, dass der Betrieb von Elektrofahrzeugen in einzelnen Märkten zeitweise teurer war als Diesel oder Benzin. Vier Jahre später hat sich die Dynamik erneut verschoben. Die aktuelle Lage im Nahen Osten beeinflusst die Kraftstoffmärkte spürbar: Benzinpreise in Europa sind seit Jahresbeginn durchschnittlich um 17 Prozent gestiegen, während Dieselpreise sogar um 37 Prozent gestiegen sind – in einzelnen EU-Ländern sogar um einiges mehr. Für Flotten ergibt sich daraus eine zentrale Herausforderung: Kostensteigerungen sind nicht nur hoch, sondern vor allem volatil und schwer planbar.
Leerlaufzeiten als Kostenfaktor im Flottenbetrieb
Die Preisentwicklung schlägt sich inzwischen deutlich in den operativen Kosten von Flotten nieder. Neue Daten von Geotab* auf Basis europäischer Nutzfahrzeuge zeigen: Ein durchschnittlicher Lkw in Europa steht 53 Minuten pro Betriebstag im Leerlauf – rund 14,6 Prozent der gesamten Motorlaufzeit. Das sind etwa 67 Litern pro Fahrzeug und Monat, die im Stand verbraucht werden. Bei aktuellen Kraftstoffpreisen* entspricht das rund 142 Euro pro Fahrzeug. Das sind schon 38 Euro mehr als noch zu Jahresbeginn. Hochgerechnet auf Flottengröße summiert sich das schnell: Eine 20-Lkw-Flotte verursacht dadurch mittlerweile rund 2.840 Euro monatliche Leerlaufkosten, während die Kosten zu Beginn des Jahres bei etwa 2.080 Euro lagen. Bei großen Flotten beziffern sich die Kosten entsprechend deutlich höher. Die Leerlaufkosten einer Flotte von 1.000 LKW belaufen sich damit bei aktuellen Spritpreisen auf etwa 142.000 Euro pro Monat.
Leerlaufzeiten im Flottenbetrieb lassen sich zwar nicht gänzlich vermeiden – sie sind etwa für Kühlaggregate, hydraulische Systeme oder die Klimatisierung im Fahrzeug notwendig. Ein relevanter Anteil entsteht jedoch durch Prozesse, die grundsätzlich optimierbar sind. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen betrieblich notwendigen und vermeidbaren Standzeiten. Genau hier wird Transparenz über Betriebsdaten essentiell: Erst wenn klar ist, wann und warum Fahrzeuge im Leerlauf stehen, lassen sich Stellschrauben für mehr Effizienz identifizieren.

Telematik als Grundlage für operative Effizienz und Resilienz
Genau hier setzt der Einsatz von Telematik an. Unterschiedliche Informationen wie Fahrverhalten, Routeneffizienz, Leerlaufzeiten und Kraftstoffverbrauch werden dabei auf einer zentralen Plattform zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet. So entsteht ein ganzheitliches Bild des Flottenbetriebs, das weit über Einzelbeobachtungen hinausgeht. Für Flotten bedeutet das vor allem mehr Transparenz darüber, wo Effizienzpotenziale tatsächlich liegen und welche Faktoren Kosten und Verbrauch am stärksten beeinflussen.
Aktuelle Geotab-Daten** aus europäischen Flotten zeigen, wie sich die Fahrleistung im Frühjahr 2026 verändert hat. Die zurückgelegten Strecken lagen von Januar bis Ende März 2026 weitgehend über den saisonalen Durchschnittswerten, bevor im April erstmals ein stärkerer Rückgang sichtbar wurde. In der Woche vom 6. April sank die Fahrzeugbewegung europaweit um rund 10 Prozent unter den Quartalsdurchschnitt – zeitgleich mit einem neuen Höchstwert bei den Kraftstoffpreisen. Deutschland verzeichnete einige der höchsten Rückgänge innerhalb einer Woche – um etwa 16 Prozent. In dieser Woche haben auch die Osterfeiertage eine Rolle gespielt - die Größenordnung des Rückgangs geht jedoch deutlich über typische Feiertagseffekte hinaus. Wir sehen auch zunehmend, dass Flotten verstärkt auf datenbasierte Entscheidungen setzen, etwa durch die Konsolidierung von Routen oder einer stärkeren Prüfung einzelner Fahrten im Voraus.
Fazit
Volatile Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten erhöhen den Kostendruck auf Flottenmanager. In so einem Umfeld wird der direkte Zugriff auf die eigenen Daten immer wichtiger, um Ineffizienzen wie unnötige Leerlaufzeiten, ungenutzte Routenpotenziale oder fahrverhaltensbedingte Mehrkosten sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren. Telematik entwickelt sich damit zunehmend zu einer essenziellen Grundlage für operative Entscheidungsfähigkeit sowie Resilienz und Wirtschaftlichkeit im Flottenbetrieb.
Methodik:
*Geotab-Fahrzeugdaten auf Basis in Europa registrierter Nutzfahrzeuge im Zeitraum März 2025 bis Februar 2026. Die Angaben zu Leerlaufzeiten beziehen sich auf die mediane tägliche Motorlaufzeit von schweren Lkw. Der Kraftstoffverbrauch wurde auf Grundlage des nach EU27 gewichteten Durchschnitts-Dieselpreises von 2,115 €/Liter berechnet (EU Weekly Oil Bulletin, Price Development 2005 onwards, Datenstand 9. April 2026).
**Geotab-Fahrzeugdaten auf Basis in Europa registrierter Nutzfahrzeuge. Die Angaben zu Fahrstrecken vergleichen die wöchentlich gefahrenen Kilometer mit dem jeweiligen landesspezifischen Durchschnitt im Zeitraum 5. Januar bis 13. April 2026.
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