Was verursacht Staus?

Veröffentlicht am 10. Mai 2021 in Telematik von Geotab


Es gibt vier Arten von Staus: umweltbedingte, mechanische, menschliche und infrastrukturbedingte Staus.

Wie viel Zeit wird durch den Verkehr vergeudet? Die Zeit, in der man auf die Bremse tritt, während man sich fragt, warum es auf dieser Stelle der Autobahn immer zum kompletten Stillstand kommt. Die Zeit, die man damit verbringt, auf der verstopften Straße vorwärts zu kriechen. Die Zeit, in der man sitzt und sich frustriert fragt, wie der Stau überhaupt entstanden ist.

 

Was sind die Ursachen für dieses Phänomen? In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick darauf.

Arten von Staus

Laut dem Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten (auf Englisch), gibt es zwei allgemeine Arten von Staus: wiederkehrende und nicht wiederkehrende. Das Verkehrsministerium gibt an, dass etwa die Hälfte der Staus wiederkehrende Staus sind, die täglich auftreten und auf einen Mangel an Kapazität auf der Straße zurückzuführen sind – oder anders ausgedrückt, es sind mehr Fahrzeuge zu einem bestimmten Zeitpunkt unterwegs, als physisch hineinpassen. 

Die andere Art von Staus, nicht wiederkehrend, wird vom Verkehrsministerium als „temporäre Unterbrechungen” im Verkehr bezeichnet, wie z. B. schlechtes Wetter oder ein Fahrzeugunfall.

 

Innerhalb dieser beiden Arten von Verkehrsstaus werden wir vier weitere spezifische Kategorien betrachten:

  1. Umwelt (nicht wiederkehrend)
  2. Mechanisch (nicht wiederkehrend)
  3. Menschlich (nicht wiederkehrend)
  4. Infrastruktur (wiederkehrend)

Zusammen erklären diese Gründe, warum für Stadtbewohner aus einem 30-minütigen Pendeln ein 45-minütiges Pendeln (auf Englisch) werden kann.

1. Umwelt

Eine Studie von Dr. Jean Andrey und Daniel Unrau fand heraus, dass bei Schnee und Regen die Zahl der Verkehrsunfälle um rund 50 % (auf Englisch) steigt. Von regnerischem oder nebligem Wetter bis hin zum extremen Schneesturm, der Autofahrer zum Stillstand bringt – das Wetter hat nicht nur einen unkontrollierbaren Einfluss auf den Verkehr, sondern auch auf die Straßenverhältnisse. Selbst ein leichter Regen kann Auswirkungen haben, wenn folglich alle Fahrer gemeinsam langsamer werden (auf Englisch).

 

Etwas Ernsteres wie eine plötzliche Schlammlawine könnte nicht nur den Verkehr aufhalten, sondern auch einen Unfall verursachen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie sich das Wetter auf den Verkehr auswirken kann, indem es schlechte Bedingungen schafft oder bereits schlechte Verkehrssituationen noch schlimmer macht.

 

Insgesamt ist schlechtes Wetter nach Angaben des Verkehrsministeriums in 15 % der Staufälle der Hauptverursacher.

2. Mechanisch

Ein weiterer Faktor, der zu Staus führen kann, ist der mechanischen Ausfall. Auch wenn ein mechanisches Versagen in die „menschliche” Kategorie fallen könnte, z. B. wenn die Person die Reifen des Fahrzeugs nicht richtig gewartet hat, ist dies nicht immer der Fall. Mechanische Ausfälle können auch durch äußere Einflüsse entstehen, wie z. B. ein scharfer Gegenstand auf der Straße, und plötzlich während der Fahrt auftreten, auch wenn Sie Ihr Fahrzeug gerade erst warten ließen.

 

Während Menschen helfen können, mechanische Probleme zu verhindern und zu verringern, indem sie ihre Fahrzeuge vor jeder Fahrt überprüfen und sicherstellen, dass vorbeugende Wartungszyklen eingehalten werden, erfordern diese Probleme in jedem Fall, dass der Fahrer die Straße verlässt. Wenn Sie sich auf einer fünfspurigen Autobahn befinden, kann sich diese Aufgabe als schwierig erweisen. Wenn andere Fahrer um das gestoppte Fahrzeug herumfahren, wird die Verkehrsbehinderung nur weiter in die Länge gezogen, da die Fahrer auf die umliegenden Fahrspuren ausweichen, anstatt anzuhalten und die Person schnell auf den Seitenstreifen zu lassen.

 

Und auch wenn in einigen Szenarien ein Fahrer in der Lage gewesen wäre, das Problem zu verhindern, können sich einige der erfahrensten und verantwortungsbewussten Fahrer in diesen Situationen wiederfinden.

3. Menschlich

Die allzu häufige Ursache des Verkehrs ist der Mensch. Von abgelenktem oder betrunkenem Fahren bis hin zu schläfrigem oder emotionalem Fahren gibt es viele gefährliche Szenarien, die Menschen im Straßenverkehr auslösen. Ein kurzer Blick auf die Statistik der Verkehrstoten 2016 (auf Englisch) der National Highway Traffic Safety Administration zeigt deutlich, welches Chaos unsere Entscheidungen im Straßenverkehr verursachen können:

  • Täglich gab es 29 Todesfälle durch alkoholisiertes Fahren. Diese Zahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.
  • Im Pkw-Segment hatten 21 % der Fahrer, die in einen tödlichen Unfall verwickelt waren, einen Blutalkoholgehalt von 0,08 oder höher.
  • Geschwindigkeitsbedingte Unfälle waren für 27 % der Todesfälle verantwortlich.

Der NHTSA-Bericht 2016 stellte außerdem fest, dass abgelenktes Fahren und schläfriges Fahren im Vergleich zu 2015 zurückgegangen sind. Auch wenn abgelenktes Fahren nicht so viele Todesfälle verursacht, ist es ein Bereich, in dem das Verhalten der Fahrer den Verkehr regelmäßig beeinflussen kann. Bedenken Sie dies – in einer AAA Foundation for Traffic Safety (auf Englisch) Studie zur kognitiven Belastung des Gehirns während des Fahrens dauert es durchschnittlich 27 Sekunden, bis sich der Fahrer wieder vollständig auf das Fahren konzentrieren kann.

 

Stau aus dem Nichts:

Es ist also nicht verwunderlich, dass Fahrer schnelle Entscheidungen treffen und sich auf Verhaltensweisen wie Bremsen in letzter Minute einlassen. Sobald ein Fahrer auf die Bremse tritt, weil er oder sie abgelenkt war, beginnt ein Welleneffekt. 

Abhängig von anderen Verkehrsbedingungen kann dieser eine Fehler beim Bremsen den Verkehr auf dieser Spur und den umliegenden Spuren für Stunden verlangsamen. Dies wird als Stau aus dem Nichts (auf Englisch) bezeichnet, denn wenn die Fahrer die stockende Stelle passieren, scheint es so, als ob absolut nichts die Verlangsamung verursacht hätte. Forscher beschreiben es als den gleichen Welleneffekt, den eine Bombe erzeugt.

 

Noch schlimmer ist es, wenn sich dieses Bremsen in letzter Minute in einen Unfall mit Blechschaden verwandelt. Und das Verlassen der Straße verursacht noch mehr Restverkehr, besonders wenn es Schaulustige gibt.

 

Aber die Wahrheit ist, dass ein Großteil der von Menschen verursachten Staus auf einen viel einfacheren Grund als die oben genannten zurückzuführen ist – die Fahrerausbildung. Viele unserer Flottenleser, die ein Fahrertrainingsprogramm absolviert haben, stimmen dem wahrscheinlich zu. Um einen Führerschein zu bekommen, müssen Fahrer zeigen, dass sie die Regeln der Straße verstehen, nicht unbedingt, wie man am besten auf eine Autobahn auffährt oder das Gaspedal benutzt, anstatt in letzter Minute zu bremsen, um mit dem Stop-and-Go-Verkehr fertig zu werden. Wenn alle Fahrer das Training und das Flottensicherheits-Coaching durchlaufen würden, das viele Flottenfahrer absolvieren, ließe sich vermutlich ein Teil der Staus vermeiden.

4. Infrastruktur

Eine weitere Kategorie, die wohl auch vom Menschen verursacht sein könnte, ist die Infrastruktur. Doch obwohl der Mensch sie geschaffen hat, ist die Infrastruktur so umfangreich und die Welt um sie herum verändert sich so schnell, dass es nicht unbedingt die Schuld der Ingenieure ist, die die Ansprüche, die in exponentiellem Tempo auf die Straßen zukommen würden, nicht vorhergesehen haben. Von Schlaglöchern, die zu Langsamkeit führen, bis hin zu Engpässen in Gebieten, deren Straßen überbevölkert sind, ist die Infrastruktur der versteckte Troll, der die Verkehrsprobleme in vielen städtischen und vorstädtischen Gebieten verstärkt.

 

Allein Engpässe sind laut dem Verkehrsministerium für 40 % der Stauursachen verantwortlich.

Ironischerweise verursacht der Bau bei unseren Bemühungen, die Infrastruktur zu verbessern, auch 10 % des Verkehrs.

Kontrolle über die Ursachen bekommen

Während die Umweltfaktoren außerhalb unserer Kontrolle liegen, bietet die Technologie eine gewisse Hoffnung bei der Lösung der Verkehrsprobleme. Autonome Fahrzeugtechnologie hat das Potenzial, menschliche Fehler zu minimieren, intelligente Verkehrssignale können Straßen intuitiv in Bewegung halten, und intelligente Verkehrskorridore könnten den Phantomverkehr ein für alle Mal beenden.


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