Warum rückwärts einparken sicherer ist

Veröffentlicht am 20. Oktober 2020 in Telematik von Jad Bucktowar


Die Sicherheit des Fahrers hört nicht auf dem Parkplatz auf.

Untersuchungen zeigen, dass Parkplätze gefährliche Orte sind. Enge Kurven, überfüllte Fahrspuren und abgelenkte Fahrer sind eine gefährliche Kombination. Rückwärtseinparken kann hier Abhilfe schaffen.

 

Autofahrer sollten beim Lenken eines Fahrzeugs auf einem Parkplatz noch aufmerksamer auf ihre Umgebung achten. In diesem Blog räumen wir mit weitverbreiteten Mythen zum Parken auf und geben Tipps für ein sichereres Fahren auf Parkplätzen und in Garagen.

Kollisionen auf Parkplätzen sind die Hauptursache für Flottenunfälle

Was ist die häufigste Kollisionsart für Flotten? Einem Bericht im Automotive Fleet (auf Englisch) zufolge war ein anderes Fahrzeug, das auf ein geparktes Flottenfahrzeug auffährt, die häufigste Art von Flottenunfällen im Jahr 2018.

 

Folgendes geht aus Statistiken des National Safety Council hervor:

  • Jedes Jahr kommt es zu mehr als 50.000 Kollisionen auf Parkplätzen und in Garagen.
  • Zusammenstöße auf Parkplätzen und in Parkhäusern führen zu über 500 Todesfällen und mehr als 60.000 Verletzungen.
  • Versicherungsfälle für Kollisionen nehmen am Black Friday (dem Haupteinkaufstag in den USA) deutlich zu (auf Englisch).

Niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Parkplätzen bedeuten nicht weniger Risiko. Ablenkung am Steuer tritt auf Parkplätzen und auf der Straße gleichermaßen auf. Das National Safety Council (auf Englisch) führte eine öffentliche Umfrage durch, die ergab, dass 66 % der US-Fahrer während der Fahrt auf einem Parkplatz telefonieren, 56 % schreiben SMS und 29 % nehmen sogar Fotos oder Videos auf.

Tipps zum sicheren Parken

Die folgenden Strategien für sicheres Parken wurden von Branchenseiten und Versicherungsanbietern zusammengestellt.

  • Achten Sie auf die Beschilderung und halten Sie sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, beachten Sie Stoppschilder und Parkverbotsschilder auf Parkplätzen
  • Sehen Sie sich um und halten Sie Ausschau nach Fußgängern
  • Fahren Sie langsam
  • Vermeiden Sie während des Fahrens Multitasking, einschließlich Telefonieren, SMS schreiben, Essen oder Rauchen
  • Wann immer möglich, parken Sie rückwärts in die Parklücke ein

Legen Sie außerdem zu Ihrer eigenen Sicherheit den Sicherheitsgurt an, bis das Fahrzeug abgestellt ist. Planen Sie im Voraus, damit Sie nicht in Eile sind. So haben Sie mehr Zeit zum sicheren Parken.

Rückwärtseinparken könnte ein Leben retten

Rückwärts einparken bedeutet, rückwärts in eine Lücke zu fahren, um danach vorwärts aus der Lücke herausfahren zu können. Dies kann eine einfache Möglichkeit sein, das Risiko von Kollisionen zu verringern.

 

Das Rückwärtsfahren aus einer Lücke führt leider zu vielen Todesfällen. Eine Studie der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus dem Jahr 2018 über Nicht-Verkehrsunfälle mit Kraftfahrzeugen (auf Englisch) ergab, dass im Jahr 2015 12.000 Nicht-Insassen von Fahrzeugen (z. B. Fußgänger oder Radfahrer) durch rückwärtsfahrende Fahrzeuge verletzt und 284 getötet wurden. Diese Kategorie von nicht verkehrsbedingten Unfällen war auf Vorfälle beschränkt, die sich außerhalb öffentlicher Verkehrswege ereigneten, typischerweise Einfahrten und Parkplätze.

 

Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, bei Rückwärtskollisionen verletzt oder getötet zu werden. Die Non-Profit-Organisation Kids & Cars berichtete, dass allein 2019 in den USA 25 Kinder durch Rückwärtsfahrunfälle getötet wurden.

 

Im Bestreben, diese Zahlen zu ändern, hatte die NHTSA zuvor entschieden, dass alle neuen Fahrzeuge unter 10.000 Pfund (einschließlich PKW, Busse und LKW) mit einer Technologie für die Sicht nach hinten (auf Englisch) ausgestattet sein müssen. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, hat die NHTSA Ende letzten Jahres einen Regelungsvorschlag (auf Englisch) herausgegeben, um die Öffentlichkeit über den Ersatz von Spiegeln an schweren LKW und PKW durch kamerabasierte Rückfahrsysteme zu informieren.

Rückwärtseinparken mit Telematik überwachen

Viele Unternehmen haben das Rückwärtsparken in ihre Sicherheitsrichtlinien aufgenommen. Dadurch wird nicht nur die Sicherheit von Fahrern und Fußgängern verbessert, sondern es können auch Kosten gespart werden.

 

Mithilfe der Telematik können Unternehmen überwachen, ob ihre Fahrer die Unternehmensregeln einhalten. In MyGeotab können Flottenmanager beispielsweise eine Sicherheitsregel für das Rückwärtsfahren beim Losfahren einrichten. Diese Regel identifiziert Fahrer, die beim Verlassen eines Ortes rückwärts herausfahren. Das System kann bei solch einem Regelverstoß eine Benachrichtigung entweder per E-Mail, Popup, Signalton oder Textnachricht senden.

 

Flottenmanager können diese Erkenntnisse nutzen, um den Fahrern zu helfen, ihre Stärken und Schwächen zu definieren und bei Bedarf ein individuelles Fahrer-Trainingsprogramm einzurichten.

Mythen zum Rückwärtseinparken

Mythos Nr. 1: Rückwärtsparken stört den Verkehr mehr als Vorwärtsparken

Rückwärtsparken kann zwar den Verkehrsfluss stören, aber die Alternative – rückwärts aus einer Parklücke herausfahren – ist ebenfalls störend und gefährlich. Es ist viel besser, sich mit der Front des Fahrzeugs in den Verkehr einzureihen, als rückwärts hineinzufahren.

 

Mythos Nr. 2: Rückwärtseinparken ist weniger sicher

Der Zweck des Rückwärtseinparkens ist es, die Umgebung sicherer zu machen, wenn der Fahrer die Parklücke verlässt. Beim Verlassen der Parklücke kann der Fahrer die Umgebung besser überblicken.

Zusätzliche Erkenntnisse: Kollisionen beim Einparken und Rückwärtsfahren

IIHS, Technologie zur Prävention von Kollisionen beim Rückwärtsfahren

Es ist unvermeidlich, dass Sie irgendwann rückwärts in eine enge Parklücke einfahren müssen, wo das Risiko einer Kollision recht hoch ist. Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) und das Highway Loss Data Institute (HDLI) haben Untersuchungen durchgeführt, um die besten automatischen Heck-Bremssysteme zur Minderung dieses Risikos zu ermitteln. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von IIHS (auf Englisch).

 

NHTSA, Tipps zur Vermeidung von Unfällen beim Rückwärtsfahren

Die National Highway Traffic Safety Administration hat eine Liste mit Tipps zur Vermeidung von Unfällen beim Rückwärtsfahren, an denen Kinder beteiligt sind, erstellt. Einfache Maßnahmen wie um Ihr Fahrzeug herumzugehen und den Bereich zu überprüfen, bevor Sie rückwärts fahren, kann das Leben eines Kindes retten. Lesen Sie die vollständige Liste der Tipps zur Vermeidung von Unfällen beim Rückwärtsfahren hier (auf Englisch) und informieren Sie sich über allgemeine Tipps zur Fußgängersicherheit hier.

 

AAA, Strategien für sicheres Parken

Die AAA rät Fahrern, rückwärts in Parklücken zu fahren oder durchzufahren und sich dabei nicht vollständig auf Rückfahr- oder Verkehrswarnsysteme im Fahrzeug zu verlassen, die ihre Grenzen haben. Die AAA (auf Englisch) weist darauf hin, dass das Rückwärtsfahren aus einer Lücke riskant ist, denn es gefährdet Fußgänger.

 

OHSA, Prävention von Unfällen beim Rückwärtsfahren

Lesen Sie über die Gefahren beim Rückwärtsfahren mit Nutzfahrzeugen (wie z. B. Kippern oder Traktoranhängern), verfasst von der Occupational Safety and Health Administration (OSHA) des US-Arbeitsministeriums (U.S. Department of Labor). Zu den Sicherheitsempfehlungen gehören der Einsatz eines Spotters, von Näherungsmeldern und die Erstellung von Plänen zur Verkehrsregelung auf Baustellen. Lesen Sie den vollständigen Artikel hier (auf Englisch).

Fazit

Selbst wenn keine Verletzungen auftreten, kann ein Unfall mit Blechschaden auf einem Parkplatz zu Kosten und Zeitverlust durch ausfallende Fahrzeuge, das Einreichen von Versicherungsansprüchen und Fahrzeugreparaturkosten führen. Für Unternehmen besteht ein großer Anreiz, das Parkverhalten genau zu überwachen, um die Sicherheit der Flotte zu erhöhen und die Flottenkosten zu senken.


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