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Was ist die THG-Quote? Alles Wichtige im Überblick

8. Mai 2026

Lesedauer: 3 Minuten

Nahaufnahme eines Autoapuffohrs mit blauem Glühelement, aus dem weiße Abgase ausströmen

Definition

Die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) ist ein gesetzliches Instrument, das Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Treibhausgase zu reduzieren. Wer Emissionen einspart – etwa durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen – kann diese Einsparungen zertifizieren lassen und als Quote verkaufen. Ziel ist es, den Ausstoß von CO₂ und anderen Treibhausgasen langfristig zu senken.

Die THG-Quote ist ein wichtiger Bestandteil der Klimapolitik und schafft finanzielle Anreize, um den Umstieg auf umweltfreundlichere Mobilität zu fördern. Besonders im Verkehrssektor spielt sie eine zentrale Rolle, da hier ein großer Teil der Treibhausgase entsteht.

 

Wie funktioniert die THG-Quote und wer kann sie nutzen? Und wie ergibt sich daraus dann ein konkreter finanzieller Vorteil? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet sowie die rechtlichen Grundlagen, die für die THG-Quote gelten.

 

So funktioniert die THG-Quote

Die THG-Quote basiert auf dem Prinzip, dass Unternehmen (beispielsweise aus der Transport- und Logistikbranche) gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Können sie diese Vorgaben nicht selbst erfüllen, müssen sie entsprechende Einsparungen hinzukaufen. Genau hier setzt die THG-Quote an:

 

Halter von Elektrofahrzeugen sparen im Vergleich zu Verbrennern Treibhausgase ein, ➡️ diese Einsparung wird als THG-Quote zertifiziert. ➡️ Die Quote kann über Anbieter an verpflichtete Unternehmen verkauft werden. ➡️ Unternehmen nutzen diese Quote dann, um ihre gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

 

Die THG-Quote macht eingesparte Treibhausgase erstmals wirtschaftlich nutzbar und schafft damit einen direkten finanziellen Anreiz für klimafreundliche Mobilität. Dadurch entsteht ein Markt für Emissionseinsparungen, von dem sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen profitieren.

 

Wie unterscheiden sich die THG-Quote und THG-Prämie? Erfahren Sie hier, was die THG-Prämie ist.

 

Wie wird die THG-Quote berechnet?

Die Berechnung der THG-Quote basiert auf der Menge an eingesparten Treibhausgasen, die durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entsteht. Dabei wird nicht jede Fahrt einzeln erfasst, sondern es kommen standardisierte Werte zum Einsatz.

 

THG-Quote = eingesparte Treibhausgase × Marktpreis

 

Grundprinzip der Berechnung:

  • Referenzwert:

    Durchschnittlicher Ausstoß von Treibhausgasen bei Verbrennerfahrzeugen.

  • Einsparung durch E-Fahrzeug:

    Elektrofahrzeuge verursachen lokal keine direkten Emissionen.

  • Pauschalwert:

    Jährlich festgelegte Einsparung pro Fahrzeug, beispielsweise in kg CO₂.

  • Marktpreis:

    Preis pro eingesparter Einheit, abhängig von Angebot und Nachfrage.

  • Ergebnis:

    Auszahlung für die verkaufte THG-Quote.

In der Praxis erfolgt die Berechnung über festgelegte Durchschnittswerte pro Fahrzeug. Die tatsächliche Auszahlung kann variieren, da der Marktpreis der THG-Quote jährlich schwankt.

 

Tipp:

 

Unabhängig von der THG-Quote kann es sinnvoll sein, den Kraftstoffverbrauch zu senken und zu berechnen, um zusätzliche Einsparpotenziale zu erkennen und Kosten sowie Emissionen langfristig zu reduzieren.

 

Wer kann die THG-Quote nutzen?

Die THG-Quote kann von verschiedenen Akteuren genutzt werden: sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Entscheidend ist, dass durch die Nutzung eines Fahrzeugs Treibhausgase eingespart werden.

Typische NutzerVoraussetzungNutzen der THG-Quote
Privatpersonen (E-Auto)Reines Elektrofahrzeug, in Deutschland zugelassenJährliche Auszahlung durch Verkauf der Quote
Unternehmen mit FuhrparkEinsatz von E-Fahrzeugen im UnternehmenZusätzliche Einnahmen + Optimierung der Betriebskosten
FlottenbetreiberEine Elektroflotte bzw. eine große Anzahl an ElektrofahrzeugenHohe THG-Erlöse durch gebündelte Einsparungen
MobilitätsanbieterElektrisch betriebene Sharing- oder DienstfahrzeugeMonetarisierung von emissionsarmer Mobilität

Gut zu wissen:

 

Die Abwicklung erfolgt meist über spezialisierte Anbieter, die die Zertifizierung und Vermarktung der THG-Quote übernehmen. Voraussetzung ist in der Regel ein reines Elektrofahrzeug (kein Hybrid).

 

THG-Quote verkaufen: Ablauf einfach erklärt

Der Verkauf der THG-Quote ist für Privatpersonen und Unternehmen bewusst einfach gehalten. Nach der Anmeldung übernimmt der Anbieter die komplette Abwicklung, von der Zertifizierung bis zum Verkauf der THG-Quote. Für Nutzer entsteht dabei kaum Aufwand – in vielen Fällen reicht eine einmalige Registrierung pro Jahr.

 

THG-Quoten Verkaufsablauf im Überblick:

  1. Registrierung: Anmeldung bei einem Anbieter mit den wichtigsten Fahrzeugdaten.
  2. Nachweis einreichen: Upload des Fahrzeugscheins als Bestätigung für das Elektrofahrzeug.
  3. Zertifizierung: Der Anbieter lässt die eingesparten Treibhausgase offiziell bestätigen.
  4. Verkauf der Quote: Die THG-Quote wird an verpflichtete Unternehmen vermarktet.
  5. Auszahlung: Nutzer erhalten eine jährliche Prämie für die eingesparte Emission, welche vom aktuellen Marktpreis der THG-Quote abhängig ist.

Vorteile der THG-Quote

Die THG-Quote bietet sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen mehrere konkrete Vorteile. Neben dem finanziellen Anreiz trägt sie auch aktiv zur Reduzierung von Treibhausgasen bei und unterstützt den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität.

 

Zentrale Vorteile im Überblick:

  • Zusätzliche Einnahmen:

    Halter von Elektrofahrzeugen können durch den Verkauf der THG-Quote eine jährliche Prämie erhalten, ohne zusätzlichen Aufwand im Alltag.

  • Förderung klimafreundlicher Mobilität:

    Die THG-Quote schafft einen direkten Anreiz, auf emissionsarme Technologien umzusteigen und so Treibhausgase zu reduzieren.

  • Einfache Abwicklung:

    Der Ablauf ist unkompliziert, da spezialisierte Anbieter die komplette Zertifizierung und Vermarktung übernehmen.

  • Planbare Einnahmen:

    Viele Anbieter bieten garantierte Auszahlungen, wodurch sich die Einnahmen besser kalkulieren lassen.

  • Vorteile für Unternehmen:

    Unternehmen mit elektrischen Fuhrparks können zusätzliche Einnahmequellen erschließen und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

 

Hier mehr zum Thema nachhaltige Fuhrparks erfahren.

 

Rechtliche Grundlagen der THG-Quote

Die THG-Quote ist gesetzlich festgelegt und sorgt dafür, dass Unternehmen aktiv zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen. In Deutschland ist sie im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt.

 

Konkret bedeutet das: Unternehmen, die Benzin oder Diesel verkaufen, müssen jedes Jahr nachweisen, dass sie ihren Anteil an klimaschädlichen Emissionen verringern.

 

Schaffen sie das nicht allein, können sie die fehlende Einsparung ausgleichen, zum Beispiel indem sie THG-Quoten von Elektrofahrzeughaltern kaufen.

 

So entsteht ein System, bei dem:

  • E-Auto-Fahrer Treibhausgase einsparen,
  • Unternehmen diese Einsparung nutzen können
  • und der Staat sicherstellt, dass insgesamt weniger Emissionen entstehen.

Gut zu wissen:

 

Die THG-Quote ist Teil der deutschen Klimapolitik und basiert auf europäischen Vorgaben zur Reduzierung von Treibhausgasen. Die konkreten Regelungen können sich regelmäßig ändern, da die Klimaziele kontinuierlich verschärft werden.

Häufig gestellte Fragen

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