Bild eines weißen geparkten E-Fahrzeugs, das im Begriff ist, geladen zu werden

Auswahl einer elektrofahrzeugfähigen Lösung: Telematik-Checkliste für Ausschreibungen

Veröffentlicht am 26. April 2022 in Elektromobilität von Cameron Feil |  Lesedauer: 5 Minuten


Lesen Sie diese Telematik-Checkliste für Ausschreibungen, um Tipps für die Auswahl eines elektrofahrzeugfreundlichen Telematikanbieters zu erhalten.

Das Fuhrparkmanagement entwickelt sich rasant weiter. Fuhrparks jeder Größe und in sämtlichen Dienstleistungsbereichen nutzen Telematikplattformen zur Optimierung ihres Betriebs. Auch die Zusammensetzung dieser Fuhrparks befindet sich indes im Wandel. Viele Unternehmen stellen zunehmend auf Elektrofahrzeuge um. 

 

Ganz gleich, ob Sie gerade damit beginnen, Ihren Fuhrpark mit Elektrofahrzeugen zu ergänzen oder bereits einige in Betrieb haben, es ist wichtig, dass Ihre Telematiklösung diese Umstellung vollständig unterstützt. Elektrofahrzeuge weisen spezifische Kennzahlen auf, die überwacht werden müssen, um ihre Leistung, Reichweite und Rentabilität zu optimieren. Hier finden Sie einige der wichtigsten Funktionen für Elektrofahrzeuge, die Sie bei der Auswahl eines Telematikanbieters benötigen. Sie können auch unsere Telematik-Checkliste für Ausschreibungen herunterladen, um eine vollständige Liste der Funktionen zu erhalten.

Eignung von Elektrofahrzeugen

Bevor Sie mit der Umstellung Ihres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge beginnen können, müssen Sie ermitteln, welche Fahrzeuge am besten auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden können. Elektrofahrzeuge müssen dafür unter anderem Ihre Anforderungen an die Reichweite erfüllen. Außerdem sollten Sie sowohl die finanziellen als auch die Umweltauswirkungen dieser Fahrzeuge messen können. 

 

Die reine Nennreichweite ist bei weitem nicht der einzige Faktor, der für die Reichweite eines Elektrofahrzeugs eine Rolle spielt. Zunächst sollten die täglichen Fahraktivitäten des Fahrzeugs beurteilt werden. Ihre Telematiklösung sollte Daten aus Ihren eigenen Fahrprofilen nutzen und diese mit den tatsächlichen Funktionen des Elektrofahrzeugs abgleichen. Die einzigartigen Betriebsbedingungen einer Flotte, wie z. B. saisonale Temperaturunterschiede und ob der Betriebszyklus des Fahrzeugs das Aufladen am Tag ermöglicht, beeinflussen die Kapazität und Anforderungen der tatsächlichen Reichweite eines Elektrofahrzeugs. Derzeit sind die Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen höher als von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die Betriebskosten sind jedoch deutlich niedriger. Für eine genauere Bewertung der finanziellen Eignung sollten Fuhrparks die Gesamtbetriebskosten (TCO) des Fahrzeugs berücksichtigen, die Einsparungen durch geringere Kraftstoffkosten und einen geringeren Wartungsaufwand umfassen.

 

Abschließend sollten die Auswirkungen der Elektrofahrzeuge auf die gesamten Treibhausgasemissionen Ihrer Flotte ermittelt werden. Wenn Sie mehr auf Nachhaltigkeit setzen möchten, ist es entscheidend, die Menge der CO₂-Emissionen und den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu beziffern, die Sie mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge einsparen können.

 

Beispielelektrifizierungsplan aus dem Tool zur Eignungsbeurteilung von Elektrofahrzeugen (EVSA) von Geotab. Dieser Bericht enthält Empfehlungen für geeignete Elektrofahrzeuge sowie prognostizierte Kosteneinsparungen und vermiedene Treibhausgasemissionen (GHG).

Ladezustand in Echtzeit

Zu den wichtigsten elektrofahrzeugspezifischen Daten gehört die Batterieladung von Elektrofahrzeugen in Prozent (%), die als E-Fahrzeug-Ladezustand (englisch: State of charge, kurz: SOC) bezeichnet wird. Dieser entspricht der Tankanzeige und gibt an, wie viel Energie das Fahrzeug noch hat.

 

Disponenten und Fuhrparkmanager benötigen ein genaues Bild des Ladezustands in Echtzeit, um ihre Betriebsabläufe zu optimieren. Niemand wünscht sich einen „liegen gebliebenen“ Fahrer oder möchte einen Auftrag wegen der Unsicherheit des Fahrzeugladezustands ablehnen müssen. Die beste Möglichkeit, dies zu vermeiden, besteht darin, den Ladezustand des Fahrzeugs zu überwachen, idealerweise in Prozentangaben. Dadurch wird sichergestellt, dass das Fahrzeug den Auftrag abschließen kann, bevor es aufgeladen werden muss. 

 

Die Telematiksoftware kann Ihre Fahrzeuge mit ihrem Echtzeit-Ladezustand in einer Live-Kartenansicht darstellen. So können Sie das nächstgelegene Fahrzeug mit ausreichender Batterieladung entsenden, um Ihre Fahrzeuge so effizient wie möglich zu nutzen.

Aktiver Ladevorgang

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Echtzeitdaten ist der aktive Ladevorgang. Um sicherzustellen, dass Elektrofahrzeuge optimal genutzt werden, müssen Sie unter Umständen die Ladezeiten für jedes Fahrzeug optimieren. Ihre Telematiksoftware sollte Ihnen für jedes Fahrzeug den Status des aktuellen Ladevorgangs anzeigen. Einen Überblick über den Echtzeit-Ladevorgang jedes Fahrzeugs zu haben, hilft bei der Optimierung des Betriebs. So steht immer ein Fahrzeug zur Verfügung, das für den jeweiligen Auftrag bereit ist. 

Tracking der eingesparten CO₂-Emissionen

Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen einer Flotte ist einer der Hauptbeweggründe für die Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Ihre Telematiklösung sollte Ihnen dabei helfen, Ihren Fortschritt bei der Erreichung interner Nachhaltigkeitsziele oder behördlicher Auflagen zu verfolgen. Dies kann die Berechnung der Menge der CO₂-Emissionen beinhalten, die durch die Vermeidung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor eingespart werden.

Bericht zum Kraftstoff- und Stromverbrauch

Wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist es wichtig, die Menge des von Elektrofahrzeugen verbrauchten „Treibstoffs“ zu überwachen und zu verzeichnen. Auch die Höhe des Stromverbrauchs ist von Interesse. Ähnlich wie bei Meilen pro Gallone (US) oder L/100 km können Sie die Effizienz eines Elektrofahrzeugs durch die Berechnung seines Gesamtstromverbrauchs (kWh) über die gefahrene Gesamtstrecke ermitteln. Dieser wird in der Regel als MPG-e bzw. l/100 km-e dargestellt. Anhand dieser Kennzahlen können Sie die Leistung Ihrer Elektrofahrzeuge mit der Leistung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in Ihrer Flotte vergleichen. 

 

Beim Betrieb von Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen (PHEVs) kann die Überwachung des Kraftstoff- und Stromverbrauchs dazu beitragen, die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu optimieren, damit sie nicht ausschließlich mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Dadurch wird sichergestellt, dass PHEVs ihren Wert aus Kraftstoff- und Emissionseinsparungen maximieren.  

 

Um einen umfassenderen Überblick über den Betrieb Ihres Fuhrparks zu erhalten, sollte Ihre Telematikplattform in der Lage sein, die Leistung Ihrer Elektrofahrzeuge in einem einzigen Bericht zur Kraftstoffeffizienz direkt mit der Leistung Ihrer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu vergleichen. Mithilfe des Berichts können Sie die von Ihren Elektrofahrzeugen generierten Einsparungen ermitteln. Außerdem ermöglicht er es Ihnen, das Betriebsverhalten anzupassen, um die Effizienz und die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu steigern.

Protokoll der E-Fahrzeug-Ladevorgänge 

Um den Betrieb Ihrer Elektrofahrzeuge zu optimieren, müssen Sie deren Ladeverhalten besser verstehen. Sie können die Ladeverfahren Ihrer Flotte verbessern, indem Sie Daten zu Ladezeitpunkt, Ladestandort und Ladevorgang überprüfen. Diese Daten gewährleisten auch die Plug-in-Konformität. So stellen Sie sicher, dass Ihre Elektrofahrzeuge entsprechend den Richtlinien zum richtigen Zeitpunkt angeschlossen sind und aufgeladen werden. Auf diese Weise können Sie die täglich erreichbare Reichweite Ihrer Elektrofahrzeuge maximieren, damit die Fahrzeuge stets betriebsbereit sind. Wenn Ihr Stromversorger zeitabhängige Preise anbietet, können Sie Ihre Rentabilität erhöhen, indem Sie Ihre Elektrofahrzeuge in den Zeiten mit dem niedrigsten Strompreis aufladen lassen.

 

Ihre Telematiksoftware sollte ein Protokoll für E-Fahrzeug-Ladevorgänge bieten, das alle Ladeereignisse verfolgt und Folgendes enthält:

  • Start-/Enddatum und Uhrzeit
  • Standort nach GPS und Adresse
  • Geofence (Zone)
  • Start-/Endladezustand in % (SOC)
  • Hinzugefügte Energie (in kWh und Wh)
  • Max. Leistung (in kW und W) des gesamten Ladevorgangs
  • Strom (Wechselspannung oder Gleichspannung)
  • Wechselspannung

Zusätzliche Energie aus anderen (regenerativen) Quellen 

Ein einzigartiges Merkmal von Elektrofahrzeugen ist, dass sie beim Bremsen oder bei Bergabfahrten einen Teil der Energie zurückgewinnen. Um die tatsächlichen Kosten und die Effizienz Ihrer Elektrofahrzeuge (in den Einheiten kWh und Wh) zu ermitteln, ist es wichtig, die genaue Menge der regenerativen Ladung zu überwachen, von der jedes Fahrzeug profitiert.

Systemanpassung und Skalierbarkeit 

Jeder Fuhrpark ist einzigartig. Damit diese einzigartigen Anforderungen erfüllt werden, muss Ihre Telematiklösung flexibel sein. Für einen einfachen Vergleich sollten Sie zwischen verschiedenen Maßeinheiten, z. B. km/kWh oder kWh/100 km, wechseln können. Sie können Geofences (auf Englisch) einrichten, um zu sehen, ob ein Fahrzeug derzeit fährt oder in zuvor festgelegten Gebieten aufgeladen wird.

 

Benutzerdefinierte Benachrichtigungen oder Warnhinweise können ein äußerst nützliches Tool sein. Sie dienen dazu, das Managementteam oder den Fahrer über bestimmte Situationen zu informieren, darunter folgende:  

  • Niedriger Ladezustand (SOC): Ein Fahrzeug weist tagsüber einen niedrigen Ladezustand auf und es besteht die Gefahr, dass es den Tag nicht ohne Ladeunterbrechung zu Ende bringt.
  • Elektrofahrzeug lädt nicht: Ein Elektrofahrzeug sollte aufgeladen werden, wird es aber nicht. Dies könnte bedeuten, dass das Elektrofahrzeug nicht an das Stromnetz angeschlossen war oder dass eine Störung an der Ladestation vorliegt.
  • Ladevorgang abgeschlossen: Ein Fahrzeug ist nun einsatzbereit, und/oder die Ladestation kann jetzt für ein anderes Fahrzeug verwendet werden.
  • Kritischer Fehlercode: Wenn das System einen schwerwiegenden Fehler erkennt, kann es den Fahrer alarmieren und ihm sofort Anweisungen geben.
  • Fahrerverhalten: Der Fahrer verhält sich falsch, z. B. durch eine Geschwindigkeitsüberschreitung, die zu einem Effizienzverlust beiträgt und ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge geschieht nicht von heute auf morgen. Der Austausch von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in Ihrem Fuhrpark erfolgt schrittweise, wenn die Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Sie werden eine Lösung benötigen, die sowohl Elektrofahrzeuge als auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf derselben Plattform verwalten kann. Alle Fahrzeuge über ein System zu verwalten, ist effizienter und bietet eine gewisse Skalierbarkeit.

Erfolgsbilanz bei Support- und Partnerintegrationen

Im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor müssen Elektrofahrzeuge keine Informationen nach Branchenstandards übermitteln. Da regelmäßig neue Hersteller und Modelle dazukommen, ist es wichtig, dass Ihre Telematiklösung aktuelle und zukünftige Elektrofahrzeugmodelle zuverlässig unterstützt.

 

Diese Unterstützung beinhaltet nicht nur die Fähigkeit, elektrofahrzeugspezifische Leistungsdaten zu erfassen. Zahlreiche Partner müssen zusammenarbeiten, um diese Unterstützung zu leisten. Suchen Sie nach einer Lösung, die einen Marketplace (auf Englisch) mit Ladeausstattung, intelligenten Ladelösungen, OEM-Integrationen und mehr bietet. 

Download Ihrer Telematik-Checkliste für Ausschreibungen

Ihre Zeit ist wertvoll. Die richtigen Tools sind entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihres Fuhrparks. Wenn Sie die wichtigsten Merkmale und Anforderungen kennen, erleichtert das die Suche nach einer Telematiklösung, die am besten zu Ihrem Umstieg auf Elektrofahrzeuge passt.

 

Laden Sie unsere Telematik-Checkliste für Ausschreibungen herunter und legen Sie noch heute los.


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